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Ingenieurbüro für Gebäudemanagement und Energieberatung

     
 

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A / Ve Verhältnis

Das Verhältnis der errechneten wärmeübertragenden Umfassungsfläche A bezogen auf das beheizte Gebäudevolumen Ve ist eine Aussage zur Kompaktheit des Gebäudes. Auf Grund dieser Bezugsgröße werden für Gebäude durch die EnEV zulässige Höchstwerte für den Jahres-Primärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust vorgegeben.

 

Anlagenverluste

Die Anlagenverluste umfassen die Verluste einer Heizung bei der Erzeugung (Abgasverlust), evtl. durch Speicherung (Abgabe von Wärme durch Strahlung), Verteilung (Leitungsverlust durch ungedämmte bzw. schlecht gedämmte Leitungen und Verluste durch mangelnde Regelung bei der Wärmeerzeugung.

 

Bereitschaftsverluste

Je nach Heizkessel und Brennerbauart entstehen Auskühlverluste mit dem Kaminzug oder Strahlungsverluste durch die heißen Bauteile während der Brenner nicht im Heizbetrieb, sondern im Standby-Betrieb arbeitet.

 

Blower-Door

Der Blower-Door Test ist eine Messung zur Feststellung der Luftdichtigkeit von Gebäuden. Dazu werden alle bekannten Öffnungen eines Gebäudes (Fenster, Türen, Luftabzugsanlagen, Lüftungsanlagen usw.) zugesperrt und abgedichtet. In einer der Gebäudeöffnungen, meistens eine Tür oder ein Fenster wird ein Rahmen mit einem Ventilator eingeklemmt. Mit diesem Ventilator wird in einer ersten Messung ein definierter Überdruck und in einer zweiten Messung ein definierter Unterdruck erzeugt. Durch Messgeräte kann nun festgestellt werden ob dieser Druck eine vorgegebene Zeit aufrechterhalten wird. Bei einer nicht zulässigen Druckveränderung werden dann z.B. mittels Rauchröhrchen die für die Druckveränderung verantwortlichen Leckagen (Undichtigkeiten) gesucht und genau gekennzeichnet.

 

Brennwert HS

Der Brennwert umfasst die gesamte abgegebene Wärmemenge die bei Verbrennung eines Brennstoffes frei wird. Diese freigesetzte Wärmemenge schließt die Verdampfungswärme des Wassers ein. Die Höhe der Verdampfungswärme ist brennstoffspezifisch und hängt von der Anzahl der chemisch gebundenen Wasserstoffatome ab. Nutzbar ist die im Wasserdampf versteckte Wärme nur mit einem Brennwertheizgerät. Bei fossilen Brennstoffen unterscheidet man zwischen dem Heizwert und dem Brennwert, der auch "oberer Heizwert" genannt wird. Da in der Heizungstechnik der Wirkungsgrad auf den Heizwert (unterer Heizwert) bezogen und dieser gleich 100 % gesetzt wird, ist bei der Angabe des Wirkungsgrades von Brennwertheizgeräten ein Wirkungsgrad über 100 % möglich.

 

Brennwertkessel

Mit einem nachgeschaltetem Wärmetauscher im Abgaszug des Heizkessels entzieht ein Brennwertkessel dem wasserdampfhaltigen Abgas durch Kondensation die Wärme, die sich noch in den bis zu 270 Grad heißen Abgasen befindet. Dadurch wird über den Heizwert eines Brennstoffes hinausgehende Energie genutzt und die Abgase auf niedrige Temperaturen gebracht. Diese Technik stellt besondere Ansprüche an den Schornstein. Bei großen Kesselleistungen ist eine Neutralisation des anfallenden Kondensats erforderlich.

 

DIN EN 16001

Seit August 2009 ist die DIN EN 16001 Energiemanagementsysteme in Kraft getreten. Ziel der DIN ist es, beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur Verbesserung der Energieeffizienz zu unterstützen. Die DIN beschreibt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem. Sie entspricht der Struktur der DIN ISO 14001 (Umweltmanagementsysteme).

 

DIN V 18599

Die DIN V 18599 befasst sich mit der Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung (Energiebilanz) von Gebäuden.

Die DIN V 18599 besteht aus 10 Teilen:

  • Teil 1: Allgemeine Bilanzierungsverfahren, Begriffe, Zonierung und Bewertung der Energieträger
  • Teil 2: Nutzenergiebedarf für Heizen und Kühlen von Gebäudezonen
  • Teil 3: Nutzenergiebedarf für die energetische Luftaufbereitung
  • Teil 4: Nutz- und Endenergiebedarf für Beleuchtung
  • Teil 5: Endenergiebedarf von Heizsystemen
  • Teil 6: Endenergiebedarf von Wohnungslüftungsanlagen und Luftheizungsanlagen für den Wohnungsbau
  • Teil 7: Endenergiebedarf von Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen für den Nichtwohnungsbau
  • Teil 8: Nutz- und Endenergiebedarf von Warmwasserbereitungsanlagen
  • Teil 9: End- und Primärenergiebedarf von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
  • Teil 10: Nutzungsrandbedingungen, Klimadaten
  • Teil 11: Gebäudeautomation
  • Beiblatt 1: Bedarfs-/Verbrauchsabgleich

Bisher wurde die DIN V 18599 nur bei Nichtwohngebäuden angewendet. Mit der Novellierung der EnEV 2009 kann sie auch bei Wohngebäuden angewendet werden. Die Berechnung nach der DIN V 18599 ist genauer als die bisherigen Verfahren.

 

Endenergie

Die Endenergie ist die Energie in der Form, wie sie beim Konsumenten ankommt, also z.B. Heizöl oder Holzpellets. Aus der Primärenergie wird durch Aufbereitung die Endenergie. So wird z.B. aus dem Rohöl in der Raffinerie das Heizöl Extraleicht. Je nach Verfahren kann aus der im Rohstoff enthaltenen Primärenergie unterschiedlich viel Endenergie "erzeugt" werden. Die Umwandlung hat also einen Wirkungsgrad. Umwandlungsverluste sind nicht zu vermeiden.
Die Energiekette: Primärenergie - Endenergie - Nutzenergie

 

Energieausweis

Der Energieausweis soll einem Mieter oder Käufer Auskunft geben über die energetische Qualität des Gebäudes. Es gibt zwei unterschiedliche Ausweise (Verbrauchsausweis udn Bedarfsausweis). Grundsätzlich hat der Bedarfsausweis die größere Aussagekraft über die energetische Qualität des Gebäudes, da er nicht abhängig vom Nutzerverhalten ist.

Wohngebäude

Energieausweis nach Verbrauch (Verbrauchsausweis)

Dieser Ausweis wird auf Grundlage des Verbrauchs von mindestens 3 aufeinanderfolgenden kompletten Heizperioden ausgestellt. Der Verbrauchsausweis darf nur noch für Gebäude mit mehr als 5 Wohneinheiten oder bei Wohngebäuden mit weniger als 5 Wohneinheiten, die nach der Wärmeschutzverordnung vom 01.11.1977 errichtet oder saniert wurden, ausgestellt werden.

 

Energieausweis nach Bedarf (Bedarfsausweis)

Der Bedarfsausweis wird auf der Grundlage der Bausubstanz und der Anlagentechnik errechnet. Der Bedarfsausweis ist gefordert seit dem 01.10.2008:

  • für alle Gebäude deren Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt wurde
  • für alle Neubauten ab dem Jahr 2002
  • darf auch ausgestellt werden für die Gebäude deren Bauantrag nach dem 01.11.1977 gestellt wurde

Nichtwohngebäude

Auch hier können beide Ausweisformen ausgestellt werden. Seit dem 01.07.2009 ist der Energieausweis Pflicht. Es besteht die Wahl zwischen dem Bedarfsausweis und dem Verbrauchsausweis.

 

Öffentliche Gebäude mit mehr als 1.000 m² Nettogrundfläche müssen den Ausweis öffentlich sichtbar aushängen.

Wichtig!

Der Energieausweis ist ein amtliches Dokument und gilt 10 Jahre. Falsche Angaben im Energieausweis können mit Bußgeldern bestraft werden. Es ist darauf zu achten, das der Energieausweis korrekt ausgestellt wird, damit nicht im nachhinein Ansprüche durch Mieter oder Käufer wegen falscher Angaben im Ausweis gestellt werden können.

 

Energieberater

Die Berufsbezeichnung Energieberater ist nicht geschützt. Demnach kann sich jeder mit dieser Berufsbezeichnung "schmücken". Kunden sollten aber vor einer Beauftragung nach der Qualifikation des Energieberaters fragen. Da bei der Energieberatung nicht nur eine technische Fachrichtung behandelt werden muss, sondern viele Bereiche (Rohbau, Dach, Fenster, Heizung, Sanitär, Lüftungstechnik und Elektrotechnik) eines Gebäudes angesprochen werden, sollte der Energieberater neben einer qualifizierten Ausbildung auch weitreichende Berufserfahrung mitbringen. Die Qualifikation kann entweder durch ein Studium im Bausektor oder durch eine mehrmonatige Ausbildung bei Architekten- und Ingenieurskammern oder Handwerkskammern erworben werden. Fragen Sie nach der Berufserfahrung des Energieberaters und entscheiden Sie dann, ob es der richtige Partner für Ihre Aufgabe ist.

 

Energiekennzahl

Die Energiekennzahl ist der gebräuchlichste Vergleichswert, um die thermische Qualität der Gebäudehülle zu beschreiben. Sie sagt aus, wie viel Energie sie pro Quadratmeter Fläche im Jahr benötigen und wird in kWh/m²a angegeben. Diese Kennzahl kann leicht in Euro/m² umgerechnet werden, wenn man den Preis einer kWh kennt. Die Energiekennzahl wird von der Gebäudehülle bestimmt.

Es gibt aber nicht nur eine Energiekennzahl!


Es kommt immer darauf an, welche Energie und welche Fläche man einsetzt: Der Energiebedarf kann für den tatsächlichen Standort oder für standardisierte Klimadaten errechnet werden. Außerdem kann der Nutzenergiebedarf (Heizwärmebedarf) oder der Endenergiebedarf eingesetzt werden. Als Fläche wird meistens die Bruttogeschoßfläche verwendet.

 

Energiekette

Energiearten

 

Den Energiebedarf deckt der Mensch aus natürlich vorkommenden Energiequellen. Entweder nutzt er sie in ihrer ursprünglichen Form (Primärenergie) oder nach einer Umwandlung (Sekundärenergie).
Primärenergien sind die natürlichen Kohle-, Erdöl- und Erdgasvorkommen, Uran, Wasserkraft, Sonnenstrahlung, Windkraft, Erdwärme, Gezeitenenergie und Biomasse. Sekundärernergien sind z.B. Strom, Fernwärme, Heizöl usw., d.h. Sekundärenergien werden aus einer Umwandlung von Proimärenergien oder anderen Sekundärenergien gewonnen. Weitere Sekundärenergien sind z.B. auch Kohlebriketts, Kraftstoffe, Biogase und Erdgas (in aufbereiteter Form).
Die vom Verbraucher bezogene Energie wird als Endenergie bezeichnet, so z.B. das Heizöl im Tank oder der Strom, der aus der Steckdose entnommen werden kann.
Die Nutzenergie wiederum ist jene Energie, die nach der Umwandlung beim Verbraucher zur Verfügung steht, z.B. in Form von warmem Wasser oder mechanischer Energie. Sie wird für die Bereitstellung der vom Verbraucher eigentlich gewünschten Energiedienstleistung benötigt. Die Energiedienstleistung entsteht letztlich durch die Kombination von Nutzenergie, Energiewandler (Gerät) und dem Verbraucherverhalten.

 

EnEV

Bevor hier versucht wird, alle Fragen rund um die EnEV (Energieeinsparverordnung) zu beantworten, was allein schon mehrere Seiten beanspruchen würde, schauen Sie auf die Seite EnEV-Online. Dort werden alle Fragen zur aktuellen EnEV 2014/2016 und zu älteren Versionen der EnEV ausführlich beantwortet.

 

Erneuerbare Energie

Eneuerbare Energien nutzen natürlich vorkommende Energiequellen oder nachwachsende Rohstoffe, die der Energieherstellung dienen. Zu den erneuerbaren Energien (regenerative Energien) gehören im wesentlichen die Umweltwärme (wird gewonnen mit Wärmepumpen), Sonnenenergie (wird gewonnen mit Solarkollektoren), Geothermie (Erdwärme aus tiefen Erdschichten), Wasserkraft (wird umgesetzt mit Wasserkraftwerken), Wellenenergie (wird ähnlich der Wasserkraftwerke umgesetzt), Biomasse (wird umgesetzt mit Pelletkessel, Biogasanlagen usw.).

 

Gebäudenutzfläche AN

Die Gebäudenutzfläche beschreibt die im beheizten Gebäudevolumen zur Verfügung stehende nutzbare Fläche. Sie wird aus dem beheizten Gebäudevolumen unter Berücksichtigung einer üblichen Raumhöhe im Wohnungsbau abzüglich der von Innen- und Außenbauteilen beanspruchten Fläche aufgrund einer Vorgabe in der Energieeinsparverordnung (Faktor von 0,32) ermittelt. Sie ist in der Regel größer als die Wohnfläche, da z.B. auch indirekt beheizte Flure und Treppenhäuser einbezogen werden. 

 

Gebäudetypologie deutscher Wohngebäude - Energiebedarf

Das Institut Wohnen und Umwelt GmbH hat eine für Deustchland typischer Gebäudetypologie für Wohngebäude erstellt. In dieser Aufstellung wurden Wohngebäude in Gebäudetypologieklassen nach Baujahren eingeteilt. Anhand von Messungen und Berechnungen wurden den Gebäudeklassen ein durchschnittlicher Energiebedarf zugeteilt. Es werden Angaben zum Primärenergiebedarf, Endenergiebedarf und Heizwärmebedarf gemacht. Sie finden hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

 

Gebäudevolumen Ve

Das beheizte Gebäudevolumen ist das an Hand von Außenmaßen ermittelte, von der wärmeübertragenden Umfassungs- oder Hüllfläche eines Gebäudes umschlossene Volumen. Dieses Volumen schließt mindestens alle Räume eines Gebäudes ein, die direkt oder indirekt durch Raumverbund bestimmungsgemäß beheizt werden. Es kann deshalb das gesamte Gebäude oder aber nur die entsprechenden beheizten Bereiche einbeziehen.

 

Heizwärmebedarf

Wenn Häuser oder Gebäude nach ihrem Energiebedarf klassifiziert werden, gilt als Parameter der Jahres-Heizwärmebedarf. Nicht eingeschlossen ist der Energiebedarf für Warmwasser, Haustechnik und auch, obwohl dies mit dem Heizwärmebedarf in enger Beziehung steht, der Bedarf von Klimaanlagen zur Kühlung im Sommer.
Der Jahres-Heizwärmebedarf ist diejenige Energiemenge, welche das Heizsystem für die Gesamtheit der beheizten Räume in einem Jahr bereitzustellen hat. Er wird ausgedrückt in der Formel „kWh/m²a“ (Kilowattstunde pro Quadratmeter und Jahr). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass nicht die gesamte Fläche des Hauses, sondern nur die Grundfläche der beheizten Räume (nicht z.B. die Kellerräume) angesetzt werden muss.
Im Einzelnen setzt sich der Heizwärmebedarf zusammen aus dem Transmissionswärmebedarf (der Wärme, die durch Außenwände, Fenster und Dach verloren geht) und dem Lüftungswärmebedarf. Abgezogen werden davon interne Wärmegewinne (z.B. Körperwärme, Gerätewärme) und passive solare Wärmegewinne (z.B. Sonneneinstrahlung durch Fenster).

 

Heizwert

Der Heizwert ist die von einem Brennstoff abgegebene Wärmemenge (fühlbare Wärme) ohne Berücksichtigung der Verdampfungswärme des Wassers (Wasserdampf entsteht bei jeder Verbrennung). Er wird daher auch "unterer Heizwert" genannt. Die Angabe des Heizwertes in kWh (Kilowattstunden) pro Mengeneinheit Brennstoff ist in der Heiztechnik üblich. Der Kesselwirkungsgrad  wird auf den unteren Heizwert bezogen. Genauer wäre der Bezug auf den oberen Heizwert, den Brennwert.

 

Heizungsverteilsysteme (Einrohr/Zweirohr, Tichelmann)

Für die Verteilung der Heizungswärme werden unterschiedliche Rohrverteilersysteme eingesetzt.

 

Einrohrsystem

 

Zweirohrsystem

 

Tichelmannsystem

 

Hydraulischer Abgleich

Unter dem hydraulischen Abgleich versteht man die Einstellung aller Heizflächen (Heizkörper oder Fußboden-, Decken- oder Wandheizungen) dass sie mit der benötigten Wärmemenge versorgt werden um eine gleichmäßige Wärmeverteilung im gesamtgen System zu gewährleisten. Auch Trinkwasser- und und Kühlsystemen werden hydraulisch abgeglichen.

 

Um den Hydraulischen Abgleich durchführen zu können, müssen entweder vor den Heizflächen oder in Verteilsträngen voreinstellbare Ventile oder Strangdifferenzdruckregler eingebaut werden. Die Einstellung der Ventile oder Regler erfolgt nach den Vorgaben einer Berechnung. Es wird im Ein- und Zweifamilienhaus teils auch nach Tabellen eine Einstellung vorgenommen. Diese Methode ist nicht besonders genau und nur als "Notlösung" zu empfehlen.

 

Durch den hydraulischen Abgleich erreicht man eine gleichmäßige Verteilung der Wärmemengen, es sind geringere Pumpenleistungen notwendig, die Heizungsanlage kann mit geringeren Temperaturen gefahren werden, mögliche Durchflussgeräusche werden verringert oder ganz vermieden.

 

Interne Wärmegewinne

Neben den externen Wärmegewinnen, wie Heizungswärme und solarer Wärmestrahlung sind für eine vollständige Wärmebilanz die internen Wärmegewinne erforderlich. Als interne Wärmegewinne bezeichnet man Wärmeabgabe durch Personen, elektrisches Licht, Elektrogeräte, Lüftungsanlage usw.. Es werden nur die notwendigen, für den Betrieb des Gebäudes erforderlichen Wärmequellen in der Bilanz berücksichtigt.

 

Jahresnutzungsgrad

Der Jahresnutzungsgrad gibt an, wie stark eine Heizungsanlage im Jahr ausgelastet ist. Je höher der Jahresnutzungsgrad, um so wirtschaftlicher arbeitet die Anlage. Schlechte Nutzungsgrade können durch falsch eingestellte Regelungstechnik oder überdimensionierte Kesselanlagen enstehen.

 

Jahres-Primärenergiebedarf

Jährliche Endenergiemenge, die zusätzlich zum Energieinhalt des Brennstoffes und der Hilfsenergien für die Anlagentechnik mit Hilfe der für die jeweiligen Energieträger geltenden Primärenergiefaktoren auch die Energiemenge einbezieht, die für die Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der jeweils eingesetzten Brennstoffe (vorgelagerte Prozessketten außerhalb des Gebäudes) erforderlich ist. 

 

Kältebrücke

Der Ausdruck Kältebrücke wird verwendet, um sehr gut wärmeleitende Abschnitte von Bauteilen und Konstruktionen zu beschreiben. Da es sich aber um einen Wärmeabfluss und nicht um einen Kältezufluss handelt, ist es physikalisch exakter, von einer Wärmebrücke zu sprechen.

 

Kerndämmung

Bei einem zweischaligen Mauerwerk wurde in der Vergangenheit, je nach Bauzeitperiode eine unterschiedlich starke Luftschicht  "eingebaut". Sie kann zwischen 2 bis 12 cm betragen. Wird diese Luftschicht mit einem Dämmmaterial (Perlite, EPS Perlen, Mineralwollefasern) gefüllt, so spricht man von einer Kerndämmung.

 

Kilowattstunde kWh

Die Kilowattstunde ist die Maßeinheit der Arbeit und  damit eine Energieeinheit. Eine Wattstunde entspricht der Energie, die eine Maschine mit einer Leistung von einem Watt in einer Stunde aufnimmt oder abgibt. In der Heizenergie entspricht:

 

Nutzenergie

Die Form der Energie, in der sie tatsächlich vom Anwender verwendet wird, ist die Nutzenergie. Als Nutzenergieformen kommen Wärme, Licht, mechanische Energie, chemisch gebundene Energie und Signalenergie in Frage.
Die Nutzenergie wird aus der Endenergie beim Anwender umgewandelt.
Für die Heizung bedeutet dies z.B. die Umwandlung des Heizöls (Endenergieform) in Wärme (Nutzenergieform), das Gerät zur Umwandlung ist der Heizkessel. Wie auch schon bei der Umwandlung von der Primärenergie in die Endenergie treten hierbei Verluste auf.


Die Energiekette: Primärenergie - Endenergie - Nutzenergie

 

Perimeterdämmung

Die Perimeterdämmung ist eine druckbeständige und feuchteunempfindliche Dämmung, die auf erdberührte Bauteile aufbracht wird. Z.B. Kelleraußenwände und Bodenplatten.

 

Primärenergie

Ist die Energie in der Form, wie sie in der Natur vorkommt, z.B. Rohöl. Bis zum Verbraucher wird Primärenergie über Endenergie in Nutzenergie umgewandelt. Der Vorgang der Umwandlung (beim Beispiel Rohöl zu Heizöl in der Raffinerie) ist mit Verlusten behaftet, weshalb die Energiemenge, die im Rohstoff enthalten ist, nicht zur Gänze vom Verbraucher genutzt werden kann. Je nach Energieträger sind diese Verluste unterschiedlich hoch.


Die Energiekette: Primärenergie - Endenergie - Nutzenergie

 

Primärenergieaufwand

Mit dem Primärenergieaufwand wird die Energie bezeichnet, die notwendig ist, um ein Gebäude auf normale Temperaturen zu beheizen und das notwendige Warmwasser bereit zu stellen. Zusätztlich fließen in den Prmärenergieaufwand der zusätzliche Energieeinsatz zur Bereitstellung dieser Heiz- und Warmwasserenergie (Erschließung, Anlieferung, Lagerung der Energie). Der Primärenergieaufwand von Strom ist wesentlich höher als der von z.B. Erdgas und wird mit dem Primärenergiefaktor angegeben.

 

Primärenergiefaktor

Nachfolgend die Primärenergiefaktoren für die nach EnEV festgelegten Energieträger und Brennstoffe:

 

Brennstoffe Heizöl EL
1,1
  Erdgas
1,1
  Flüssiggas
1,1
  Steinkohle
1,1
  Braunkohle
1,2
  Holz
0,2
   
Nah-/Fernwärme aus Kraftwärmekopplung (KWK) fossiler Brennstoff
0,7
  erneuerbarer Brennstoff
0,0
   
Nah-/ Fernwärme aus Heizwerken fossiler Brennstoff
1,3
  erneuerbarer Brennstoff
0,1
     
Strom Strommix
1,8
     
Umweltenergie Solarenergie und Umweltwärme
0,0
Stand Januar 2016

 

Solare Wärmegewinne

Die durch die transparente Hüllflächen eines Gebäudes (Fenster, Glasfassaden usw.) aufgenommene Wärme der Sonne.

 

Thermografie

Thermografie ist der Begriff für das bildgebende Verfahren Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) sichtbar zu machen. Es entstehen Farbbilder des aufgenommen Objektes, wo die kalten Bereiche Blau und die warmen Bereiche Rot bis Weiß erscheinen.

Thermografische Aufnahmen für den Gebäudebereich können nur in der kalten Jahreszeit erstellt werden. Es ist ein Temperaturunterschied zwischen der Gebäudeinnentemperatur und der Außentemperatur von mindestens 10 Grad Kelvin erforderlich.

Thermografieaufnahmen sollten nicht nur von der Außenseite des Gebäudes erstellt werden, sondern auch von den Innenwänden. Nur so kann eine verlässliche Aussage zu möglichen Wärmebrücken oder Feuchteschäden getroffen werden. Dazu ist es auch erforderlich, dass die Innenräume aufgeheizt werden. Damit eine Verfälschung durch Sonneneinstrahlung und damit eine Erwärmung der Gebäudeaußenhülle vermieden wird, sollten die Aufnahmen am besten in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang erstellt werden.

Thermografieaufnahmen mit einfachen schlecht auflösenden Kameras sind in den meisten Fällen nutzlos. Es sollte mindestens eine Auflösung von 320x240 Pixel und eine Temperaturempfindlichkeit von 0,05 Kelvin oder kleiner vorhanden sein.

Mit hochauflösenden Thermografiekameras kann man neben energetischen Fragestellungen auch im Bereich der Elektrotechnik schwachstellen in Leitungssystemen und Anschlüssen sichtbar machen. Im Bereich der Heizungs- und Sanitärtechnik lassen sich damit Leckagen zerstörungsfrei feststellen oder wo Leizungen in Wänden und Böden verlaufen. Im Baubereich können Strukturen in Wänden, Decken und Dächern dargestellt werden (Beispiel: Fachwerk, das überputzt wurde).

 

Transmissionswärmeverlust

Darunter versteht man die Wärmeverluste, die sich durch die Wärmeleitfähigkeit der Gebäudehülle ergeben. Auch bei sehr gut gedämmten Gebäuden können die Transmissionsverluste nicht verhindert, sondern nur verringert werden.
Die Transmissionsverluste eines Bauteils sind proportional der Fläche und dem U-Wert des Bauteils, sowie der anliegenden Temperaturdifferenz zwischen innen und außen.

 

U-Wert

Der U-Wert (früher k-Wert) bezeichnet die Wärmemenge die bei einem Grad Temperaturunterschied durch einen Quadratmeter des Bauteils entweicht und wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m²K) angegeben. Ein niedriger U-Wert bedeutet, dass weniger Wärme durch ein Bauteil fließt.

 

Wärmebrücken

Als Wärmebrücken werden örtlich begrenzte Stellen bezeichnet, die im Vergleich zu den angrenzenden Bauteilbereichen eine höhere Wärmestromdichte aufweisen. Daraus ergeben sich zusätzliche Wärmeverluste sowie eine reduzierte Oberflächentemperatur des Bauteils in dem betreffenden Bereich. Wird die Oberflächentemperatur durch eine vorhandene Wärmebrücke abgesenkt, kann es an dieser Stelle bei Unterschreitung der Taupunkttemperatur der Raumluft, zu Kondensatbildung auf der Bauteiloberfläche mit den bekannten Folgeerscheinungen, wie z.B. Schimmelpilzbefall kommen. Typische Wärmebrücken sind z.B. Balkonplatten. Attiken, Betonstützen im Bereich eines Luftgeschosses, Fensteranschlüsse an Laibungen und Gebäudeecken.

 

Wärmepumpe

Wärmepumpen nutzen die Umgebungswärme der Luft, des Erdreich oder von Wasser und wandeln diese in Heizwärme um. Sie arbeiten nach dem umgekehrten Kühlschrankprinzip mit einem Kältemittel. Es entzieht beim verdampfen der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich Wärme. Dieser Kältemitteldampf wird dann von einem Verdichter komprimiert und erwärmt sich dadurch. Dadurch wird die aufgenommene Wärmeenergie an den Heizwasser-/Brauchwasserkreislauf abgegeben und das Kältemittel verflüssigt sich.

 

Der Einsatz von Wärmepumpen, die Erdwärme oder Grundwasserwärme nutzen, unterliegen besonderen Genehmigungsverfahren, wenn der Einsatz in einem Wasserschutzgebiet erfolgt, oder Sondentiefen über 100 m erforderlich sind.

 

Wasserdampfdiffusion

Die Wasserdampfdiffussion ist die Eigenbewegung des Wasserdampfes durch Baustoffe, bzw. Bauteile. Triebkraft sind die unterschiedlichen Wasserdampfdrücke auf beiden Seiten dey Bauteils, bedingt durch unterschiedliche Temperaturen und relative Feuchten. Der in der Luft enthaltene Wasserdampf wandert von der Seite des höheren Druckes zur niedrigeren. Die Wasserdampfdiffusion eines Baustoffes kann z.B. mit dem Glaser-Diagramm grafisch gezeigt werden.

 

Wirkungsgrad

Allg.: Verhältnis der nutzbaren zur eingesetzten Energie.
Herkömmliche Glühbirnen verwandeln etwa 3 - 4 % der eingesetzten Energie in Licht, Photovoltaikanlagen bzw. Solarzellen erreichen derzeit einen Wirkungsgrad von 11 - 17 %, thermische Solaranlagen können zwischen 25 und 40 % der Sonnenstrahlung umwandeln.

 

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